Bist du auch ein Fragensammler?

Über den Nutzen eines Coachingfragen-Repertoires — und was es dafür braucht

„Welche ist die beste Fotokamera?“, fragte neulich eine Frau in einem Elektromarkt ihren Begleiter. Dieser antwortete: „Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.“

Diese Feststellung lässt sich sinngemäß auch auf allerlei andere Themen übertragen. So auch auf eines der wichtigsten Coachingwerkzeuge: die Coachingfrage.

Gute Coachingfragen sind nur dann nützlich, wenn wir sie im passenden Moment im Zugriff haben.

Coachingfragen sammeln

Die Aufgabe eines Coaches ist nicht, Lösungen vorzugeben. Die Aufgabe ist es, mit guten Fragen das bereits vorhandene, aber oft noch unbewusste Wissen des Coachees sichtbar - und eigene Antworten möglich zu machen.

Coachingfragen helfen dabei, neue Perspektiven zu erkennen, Muster und blinde Flecke aufzudecken und Ressourcen zu aktivieren. Wer dann über eine große Bandbreite an Coachingfragen verfügt, der ist für viele Situationen gut vorbereitet.

Besonders zu Beginn der Coachingausbildung - oder ganz allgemein am Anfang einer Coachingtätigkeit - sind viele Coaches intrinsisch motiviert, viele nützliche Coachingfragen zu sammeln.

Interessante Fragen werden aufgeschrieben, ins Handy diktiert, in Journale notiert. Coachingfragen werden in Büchern, Coachingmagazinen und PDFs markiert, Dateien werden angelegt, Fragenkataloge abgelegt.
Dieses Vorgehen verleiht ein Gefühl von Sicherheit und Gewappnetsein - und es macht Spass. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen, mit diesem Coachingfragen-Schatz!

Bis man merkt: Wo genau habe ich eigentlich meine Fragen abgelegt?

Sammeln fühlt sich produktiv an

Zunächst fällt uns beim grossen Sammeln nicht unbedingt etwas auf. Das Sammeln lässt uns produktiv fühlen. Wir sind so sehr in Recherche, Lesen und Zusammenschreiben involviert - und merken vielleicht gar nicht, dass wir uns womöglich selbst einen kleinen mentalen Streich spielen.

Denn obwohl wir genügend Informationen haben, graben wir tiefer.

Warum?

Weil wir uns durch das Recherchieren und Vorbereiten produktiv fühlen, ohne das Risiko einzugehen, tatsächlich beurteilt zu werden.

Beurteilt werden kann man erst, wenn man tatsächlich etwas tut. Wenn man seine Leistung zeigt, und wenn man die Fragen stellt. Wenn man aushält, dass nach einer Frage erst einmal Stille entsteht. Oder dass eine Frage nicht so wirkt, wie man es sich vorgestellt hat.

Nur vom Sammeln alleine ist noch keine Erkenntnis bei einem anderen Menschen angestossen worden.

Dies fällt uns häufig dann auf, wenn wir später zufällig über eine Fragennotiz stolpern. Oh, das wollte ich mir ja merken, denken wir dann - und ahnen, dass uns dazu etwas Entscheidendes fehlt: Struktur. Ein fester Ort. Routine.

Vom Sammeln zum Anwenden

Um in die Umsetzung eines Vorhabens zu kommen, gibt es einen Weg, der deutlich effektiver ist als Disziplin: Gewohnheiten.

Eine Gewohnheit, eine Routine kann beispielsweise sein:

  • “Ich beschäftige mich jeden Freitag Nachmittag, bevor ich meinen Rechner zuklappe, noch eine Viertelstunde mit meinen Fragen.”

  • “Ich gehe vor jedem Coaching für 5 Minuten Fragen zu dem angekündigten Thema durch.”

  • “Ich nehme mir jede Woche vor, im Coaching, privat oder beruflich mindestens eine neue Frage zu stellen, die ich sonst nie oder selten stelle.”


Damit werden gleich mehrere Wirkungsweisen angekurbelt:

  • Regelmässige kurze Maßnahmen helfen mehr als seltene Hau-Ruck-Aktionen.

  • Wir lernen, neue Fragen anzuwenden und erweitern damit automatisch unseren aktiven Fragenschatz und unsere Experimentierfreude. Nur wer ausprobiert, kann feststellen, was gut funktioniert.

  • Wir fühlen uns sicherer und routinierter.

Was braucht es dafür?

Um neue Gewohnheiten aufzubauen, gibt es drei einfache Ansätze:

  • -1- Das Umfeld an die neue Wunschgewohnheit anpassen
    Das Umfeld muss so gestaltet sein, dass es so leicht wie möglich wird, die neuen Gewohnheiten auszuführen.

    Will ich mehr Äpfel essen, hilft es, Äpfel im Haus zu haben. Und im besten Fall liegen sie dann nicht im Keller, sondern griffbereit - auf der Küchentheke.

    Das bedeutet: Wir müssen unsere Fragen im Zugriff haben. Es muss leicht sein, auf sie zuzugreifen. Also nicht verstreut, nicht ganz hinten im Schrank, nicht in einer namenlosen Datei.

  • -2- Hürden minimieren und kleine Schritte wählen
    Eine gängige Empfehlung ist die 2-Minuten-Regel: Der Einstieg in eine neue Gewohnheit sollte so winzig sein, dass selbst ein hartnäckiger Schweinehund kaum eine Ausrede findet.

    Zwei Minuten sind immer drin.

    Wir könnten uns also vornehmen, uns täglich zwei Minuten mit Coachingfragen zu beschäftigen. Oder eben: Ich stelle jeden Tag bewusst eine neue Frage.

    -3- Mindset klären: Behaviour Change ist Identity-Change.
    Und dann ist da noch unser Selbstbild. Wie nehmen wir uns wahr? Wie denken wir über uns selbst? Wenn wir uns bei diesem Gedanken erwischen “Ach, ich bin eben nicht so der Struktur-Typ”, dann wird uns unser Unterbewusstsein auch nur selten mit Struktur unterstützen. Wir dürfen also unser Selbstbild reflektieren - oder alternativ eine gute Lösung finden. Zu einer möglichen Lösung kommen wir gleich.

Deine Fragensammlung

Für eine eigene Coaching-Fragensammlung brauchen wir Zeit und Muße.

Es ist wie auch sonst beim Aufräumen: Wir müssen erst alle Coachingfragen, Notizen und Anmerkungen finden, zusammentragen, sortieren — und dann ein angemessenes Plätzchen bestimmen.

Für das geeignete Plätzchen kommt es dabei auf den eigenen Geschmack an:

Wollen wir Fragen handschriftlich in einem Ordner? In einem Journal? Präferieren wir Excel oder ein Word-Dokument? Oder nutzen wir Google Doc, Notion, Roam Research?

Die Kunst liegt nicht darin, einen Platz zu finden - sondern den Platz.

Der Platz, der leicht im Zugriff und klar definiert - und uns am besten auch sympathisch ist. Wer Excel nicht mag, wird mit der tollsten Excelliste nicht glücklich.

Was aber tun, wenn wir feststellen, dass wir fürs Notizen-aufräumen und Coachingfragen-sortieren einfach weder Zeit noch Muße noch Lust haben?

Wenn wir spätestens beim dritten Handgriff merken, dass viele Fragen noch hinter dutzenden von Links verschiedener Coachingartikel stecken und wir sie erst mühsam herausfiltern müssten?

Dann wählen wir eine Abkürzung: Die Coaching-Fragenbank.

Die Coaching-Fragenbank als Abkürzung

Die Coaching-Fragenbank ist eine digitale Fragensammlung — eine Art Fragen-Baukasten — mit bereits sortierten Coachingfragen. Sie ist direkt einsatzbereit, und funktioniert ohne Login oder Abo.

Per Doppelklick öffnet sich das Tool und präsentiert 20 übersichtliche Themenboxen. Diese sind nach Anlass bzw. Gesprächssituation sortiert. Insgesamt sind über 250 Coachingfragen enthalten.

Durch die thematische Sortierung sind die Fragen einfach aufrufbar und angenehm zu durchscrollen.

Und das Beste: Du kannst auch eigene Fragenboxen mit deinen eigenen Fragen anlegen, als Datei speichern, und damit jederzeit wieder aufrufen.

So kannst du beispielsweise individuelle Fragensets (Fragenboxen) für Klienten oder spezielle Coachingthemen erstellen, die besonders wertvoll für dich sind.

Du beliebig viele individuelle Fragenboxen erstellen, da die Fragenboxen als Dateien gespeichert und individuell aufgerufen werden können.

Innerhalb kurzer Zeit hast du damit ein Setting für deine neue Coachingfragen-Routine - und das ganz ohne Aufräumdruck. So kannst du direkt entspannt loslegen.

Wenn dich die Coaching-Fragenbank neugierig gemacht hat, klicke hier für mehr Informationen. ⬇️