Coachinggespräch vorbereiten

Wie bereitet man sich als Coach eigentlich auf ein Coachinggespräch vor?

Vielleicht ahnst du es schon: Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht. Wie so häufig lautet die ehrlichste Antwort: Es kommt darauf an.

Und zwar:

  • auf die eigene Coaching-Erfahrung,

  • auf die persönliche Arbeitsweise und eigene Vorlieben,

  • auf die jeweilige Situation (Erstgespräch oder Folgegespräch)

Es gibt Coaches, die bereiten sich zwei Stunden auf ein Gespräch vor. Sie wollen für möglichst viele Situationen gewappnet sein.

Und es gibt Coaches, die gehen fast unvorbereitet ins Gespräch. Sie verlassen sich auf ihre Erfahrung, ihre Wahrnehmung und den Verlauf des Gesprächs.

Beides kann funktionieren. Entscheidend ist, ob die Vorbereitung dem Gespräch dient — oder ob sie irgendwann mehr mit dem eigenen Sicherheitsbedürfnis zu tun hat als mit dem Coachee.

Gerade neue Coaches stellen sich oft ganz praktische Fragen: Wie organisiere ich mich überhaupt? Was brauche ich und worauf ist zu achten?

Eine gewisse Vorbereitung gibt Sicherheit. Sie hilft, den Faden wieder aufzunehmen und sauber im Gespräch anzukommen. Gleichzeitig kann Vorbereitung auch ausufern - und dann genau den Fokus nehmen, den sie eigentlich bringen sollte.

Stolperfallen

Ein Gespräch vorzubereiten ist grundsätzlich eine gute Idee. Allerdings kann es auch hier ein Zuviel geben: einen Kipp-Punkt, an dem die gute Absicht ihren Vorteil verliert.


Folgende Stolperfallen können lauern:

  • Du gerätst in ein Rabbit Hole. Vom Höcksken auf Stöcksken. Vorbereitung vermittelt häufig ein Gefühl von Sicherheit und Effektivität. Nur: ab einer gewissen Schwelle bringt mehr eben nicht mehr. Fokus, Zeit und Flow können verloren gehen. Im schlechtesten Fall gehst du danach sogar gestresster ins Gespräch als vorher.

  • Du schiesst dich unbewusst zu sehr auf eine bestimmte Gesprächsentwicklung ein und nimmst dir damit etwas von deiner Unvoreingenommenheit. Die Gefahr steigt, dass du möglicherweise das Gespräch unbewusst in eine Richtung lenkst, die du vorher schon im Kopf hattest.

  • Du rutscht in die Performance-Falle: Vor allem neu ausgebildete Coaches haben häufig das Gefühl, eine Performance abliefern zu müssen. Sie wollen gute Arbeit machen, und deswegen bereiten sie sich mit allerlei Methoden und Tools vor. Das ist verständlich, nur verschiebt sich dabei manchmal der Fokus. Im Mittelpunkt steht der Coachee; um ihn geht es. Die Aufgabe des Coaches ist: zuhören, gute Fragen stellen, den Raum halten — und aushalten, dass die Lösung nicht von ihm kommt.

  • Du nutzt einen Standardablauf, ein festes “Verfahren”. Damit bist du professionell vorbereitet und fühlst dich sicher. Allerdings besteht auch hier das Risiko, ein Stück deiner Flexibilität zu verlieren. Vielleicht stellst du irgendwann fest, dass du immer wieder bei den gleichen Fragen landest und nur schwer in einen anderen Modus kommst.


Wie also gelingt eine gute Vorbereitung?
Wie groove ich mich als Coach ein, ohne mich zu verlaufen?

Gute Vorbereitung: Selbstreflexion, Struktur, Fragen-Repertoire

Gute Vorbereitung ist kein Selbstzweck. Sie dient dazu, dem Coach das anschliessende Coaching zu erleichtern, ohne dabei zu viel Zeit und Energie einzunehmen. Im Grunde kommt es auf drei Zutaten an - und auf die richtige Dosierung.

  • Selbstreflexion. Stell dir selbst vor einem Coaching regelmässig die Frage: “Traue ich meinem Coachee zu, eigene Lösungen zu entwickeln?”

    Damit schärfst du dein Bewusstsein für Hilfe zur Selbsthilfe. Gerade wenn ein Coach über viel Wissen verfügt und Zusammenhänge schnell erkennt, ist der Ratschlagreflex erstaunlich schnell.

  • Struktur. Bei Bedarf: Nutze ein Musterblatt, das dir Orientierung gibt und einen groben roten Faden enthält. Zum Beispiel mit den Meilensteinen: Biographisches, Problem, Ziel, Auftrag. Oder nach dem GROW-Modell: Goal, Reality, Options, Will.

    Nutze grundsätzlich einen festen Platz für deine Coaching-Dokumente und achte auf den Datenschutz.

  • Fragen-Repertoire. Direkt vor dem Gespräch hilft ein kurzer Fragen-Refresh.
    Erstelle dafür einen Baukasten mit Coachingthemen, die immer wieder vorkommen: Erstgespräch, Veränderung, Entscheidungen, innere Blockaden, Perspektivwechsel - oder auch allgemeinere Formulierungen. Diesen Baukasten legst du strukturiert an einem definierten Platz ab. So kannst du vor einem Coachinggespräch kurz hineingreifen, dich auf das anstehende Gespräch einschwingen und in den Fragenmodus kommen.

    Gerade in einer noch frischen Coachingkarriere hilft es, vor einem Gespräch - und auch immer mal wieder zwischendurch - einen Blick auf unterschiedliche Fragen zu werfen. Das hilft dir, neue Fragen zu verinnerlichen und ein breiteres Repertoire anwenden zu können. Ein systematischer Ort für deine Fragen hilft ausserdem dabei, kurz vor einem Termin nicht hektisch durch sämtliche Unterlagen zu wühlen, nur um dann doch mit der immer gleichen Standardfrage zu starten.

Die Idee: ein Fragen-Baukasten

Ein Fragen-Baukasten hilft dabei, schnell auf verschiedene Fragen und Anlässe zuzugreifen. Es dient als Auffrischung, Inspirationsquelle und zur Verinnerlichung einer breiteren Fragenbasis.

Der größte Nutzen liegt in der systematischen Aufbereitung: Denn gute Fragen zu kennen ist das eine - sie im passenden Moment im Zugriff zu haben, das andere. Viele Coaches haben über die Jahre wunderbare Fragen gesammelt - allerdings hilft das nur, wenn man sie auch nutzt und findet. Verstreut in Unterlagen und Notizen sind sie im akuten Bedarfsfall nicht wirklich hilfreich.

Nun kostet ein eigener Fragen-Baukasten Zeit und Energie und sicherlich auch etwas Muße. Zusätzlich lauert auch hier bei der Erstellung die Verzettelungsgefahr.

Wer es daher lieber schnell und bequem mag, kann eine Abkürzung nehmen: die Coaching-Fragenbank.

Abkürzung: Die Coaching-Fragenbank

Die Coaching-Fragenbank liefert dir einen fertigen Fragen-Baukasten. Du brauchst keine Zeit mehr mit der Erstellung zu verbringen und kannst sie direkt nutzen. Diese digitale Fragensammlung funktioniert auf deinem Desktop/Laptop - ohne Login, ohne Abo.

Du öffnest die Datei auf deinem Rechner und bist schon mittendrin: 20 Themen-Boxen, jede widmet sich einem Coachinganlass oder Thema . Jede Box enthält mindestens 10 Fragen. Insgesamt sind in der Fragenbank über 250 Coachingfragen enthalten.

Die Coachingfragen sind unter anderem nach folgenden Gesprächssituationen sortiert:

  • Coaching-Erstgespräch,

  • anstehende Veränderung,

  • Coachee dreht sich im Kreis,

  • Perfektionismus,

  • Leichter leben,

  • Allrounderfragen, die themenübergreifend immer wieder nützlich sind.

Zusätzlich kannst du eigenen Lieblingsfragen eintragen, als Datei speichern und so immer wieder auf deine persönlich kuratierte Fragenbank zurückgreifen. Mit einem Klick lädst du deine Datei im Tool wieder hoch.

Mit der Coaching-Fragenbank kannst du dich vor deinen Coachinggesprächen auf entspannte Weise in den Fragenmodus bringen. Du wählst ein Thema, scrollst durch passende Fragen und startest sortiert und mit einem guten Gefühl ins Gespräch.

Wenn diese nützliche Abkürzung spannend für dich ist:

Die Coaching-Fragenbank kostet einmalig 22 Euro, ist fix und fertig erstellt und kann mit eigenen Fragen ergänzt und als persönliche Version gespeichert werden.