Anwendungsnotizen
Wie digitale Kartensets in der Praxis genutzt werden
Digitale Kartensets sind Reflexionskarten für zwischendurch. Sie können zum Beispiel nach einem Workshop eingesetzt werden oder zwischen zwei Coaching-Sessions oder als Erinnerungstool für Themen, die man stärker verinnerlichen möchte.
Coaching Cards funktionieren einfach, niedrigschwellig und verträglich dosiert. Sie haben etwas Spielerisches und fühlen sich weniger nach Aufgabe an. Genau das ist ein Argument: Wenn Reflexion leicht zugänglich ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich stattfindet.
In diesen Anwendungsnotizen geht es um kurze Beispiele aus der Praxis: Wie wurden digitale Karten eingesetzt? Was hat gut funktioniert? Und warum kann gerade ein kleines, leicht zugängliches Format manchmal den Unterschied machen?
Die Beispiele zeigen, wie digitale Impulse dabei helfen können, Reflexion zu portionieren, Gedanken wieder aufzugreifen und im eigenen Tempo weiterzudenken.
#1
Zwischen zwei Coaching-Sessions: Ein Kartenset für mehr Reflexion im eigenen Tempo
Anwendung: Eine Coachin hat für ihren Coachee, eine Führungskraft, ein digitales Kartenset für die Zeit zwischen zwei Coaching-Sessions erstellt. Die Karten enthielten Reflexionsfragen zum Job, griffen aber auch größere Lebensfragen auf. Einige Fragen knüpften direkt an Themen aus dem Coaching an, die besondere Resonanz ausgelöst hatten.
Die Idee war einfach: Der Coachee bekam rund 20 Reflexionsfragen als digitales Kartenset, das die Fragen nach dem Zufallsprinzip angezeigte. Er konnte das Set öffnen, wenn es gerade passte, eine Frage ziehen und in Ruhe darüber nachdenken.
Das funktionierte überraschend gut. Der Coachee, die Führungskraft, nahm sich die Fragen mit jeweils etwas Abstand vor und beantwortete sie ausführlicher als erwartet. Viele Antworten hielt er schriftlich für sich fest. Dabei half ihm, dass jeweils immer nur eine Karte angezeigt wurde, die eine einzelne Frage anbot.
Gerade zwischen Coaching-Sessions kann ein digitales Kartenset eine einfache Brücke bauen. Es hält das Thema präsent, ohne Druck auszuüben, und es gibt Menschen die Möglichkeit, im eigenen Tempo weiterzudenken.
#2
Nach einem Workshop als Follow-Up: Agiles Weiterdenken über Mobility-Fragen
(oder: Nach einem Agile-Intro-Workshop: Ein Kartenset als Follow-up für den Transfer) oder Nach einem Agile-Intro-Workshop: Kartenimpulse für Mobility-Fragen
Anwendung: Nach einem Einführungsworkshop für ein Mobility Team zum agilen Arbeiten wurde ein digitales Kartenset als Follow-up erstellt.
Im Workshop ging es um agile Arbeitsweisen, den Umgang mit Unsicherheit und die Frage, wie große Arbeitsthemen in kleinere, konkrete Schritte übersetzt werden können. Auch Zusammenarbeit, Entscheidungsspielräume und der Umgang mit bestehenden Regeln spielten eine Rolle.
Für die Zeit nach dem Workshop entstand ein Set mit 13 digitalen Karten. Die Karten griffen zentrale Gedanken aus dem Workshop auf und übersetzten sie in kurze Reflexionsfragen und kleine Denkimpulse.
Die Idee: Mit dem Kartenset sollten die Gedanken aus dem Workshop wachgehalten und in kleine nächste Schritte übersetzt werden. Die Teilnehmenden wurden durch gezielte Fragen daran erinnert, einzelne Themen weiter aufzugreifen, weiterzudenken, und mögliche nächste Schritte für ihre Arbeit abzuleiten.
Feedback liegt zu diesem Einsatz noch nicht vor. Als Anwendungsbeispiel zeigt er aber gut, wie digitale Coaching Cards als leichtes Follow-up nach Workshops genutzt werden können: als Brücke zwischen Workshop und Umsetzung.