20 inspirierende Coachingfragen – und wie du sie online nutzen kannst
“Was ist das, was du am meisten mitgenommen hast aus dem Coaching?” frage ich.
“Dass jeder die Antworten schon in sich hat.”
Ich bin verblüfft. Mit dieser Antwort hatte ich gar nicht gerechnet.
Was sind Coachingfragen überhaupt?
Früher hatte mich dieser Aspekt irritiert. Was macht der Coach eigentlich? dachte ich heimlich - ich mache doch irgendwie alles selbst - und komm selbst auf die Lösungen. Sollte nicht der Coach mir die guten Tipps geben?
Willkommen im Unterschied zwischen Beratung und Coaching. Denn genau hier darf ich unterscheiden. Brauche ich einen Berater - oder jemanden, der meinen Gedanken auf die Sprünge hilft? Wenn ich zu einem Hundetrainer gehe, dann will ich eine klare Anleitung für meinen Umgang mit Hasso. Wenn ich zum Steuerberater gehe - genau das gleiche. Dann will ich keine Erkenntnis, dann will ich Kenntnis - und einen direkten Weg zur Lösung.
So dachte ich früher auch über Coaching: Ich will, dass mir jemand eine Lösung zeigt. Aber so einfach geht das oft nicht. Viele Probleme erschaffen oder verstärken wir selbst. Wir stehen uns selbst im Weg und merken es nicht einmal. Und deswegen kann auch niemand anderes für uns aus dem Weg gehen. Das dürfen wir dann schon selbst tun.
Die Stoiker wussten es schon: Ein Problem entsteht durch unsere Interpretation eines Ereignisses. Durch Erfahrungen und Prägungen haben wir bestimmte (Denk-) Muster verinnerlicht - und die führen uns dann im ungünstigen Fall direkt in die Bredouille.
“Man kann doch nicht einfach so Nein sagen!” denken wir dann.
“Man kann doch nicht einfach gekauften Kuchen zur Geburtstagsfeier anbieten.”
Oder: “Es bringt doch sowieso nichts, wenn ich versuchen würde, ein Buch zu schreiben.”
Genau da taucht sie auf, unsere ureigene Fessel. Wer sagt, - dass es nichts bringen würde, ein Buch zu schreiben? Wer könnte das überhaupt beurteilen? Und was ist eigentlich die Intention hinter dem Buch? Und was ist die Intention hinter dem innerlichen Abwinken?
Der innere Kritiker (wie wir unsere innere zweifelnde Stimme gerne nennen), will uns beschützen und möchte daher erreichen, dass wir gar nicht erst antreten. Das ist für ihn, unseren Beschützer, am sichersten: Kein Stress, keine Enttäuschung, keine Blamage. Puh, Glück gehabt. Zum Glück hat sie es sein gelassen. Ein Buch schreiben! So ein Käse!
Wir ahnen - für dieses Dilemma gibt es keine fertige Lösung von aussen. Es ist schliessllich unser Dilemma, ein anderer hat es nicht. Andere wollen vielleicht kein Buch schreiben. Oder sie tun es einfach.
“Wieso fangt ihr nicht einfach an zu essen, wenn dein Vater jedes mal zu spät zum Familientreffen kommt und dich das so ärgert?” frage ich.
Mein Gegenüber schaut mich an, als hätte ich ihr eine Zwangsheirat vorgeschlagen. Es kommt heraus: Auf diese Option war sie tatsächlich noch nie gekommen.
Wie kann das sein? - möchte man sich fragen - so eine Möglichkeit liegt doch auf der Hand. Aber genau da ist der Knackpunkt. In einer Welt, in der man nicht ohne den späten Gast anfängt, ist Anfangen gar keine Option. Sie kommt einem nicht mal in den Sinn. Es ist ein blinder Fleck. Wir können Lösungen, die sich hinter Tabus und Normen verstecken oft gar nicht sehen.
Es gibt also offensichtlich viel mehr als die 10 Gebote - zumindest in unserem Innen. Wir sind uns nur nicht immer darüber bewusst. Wir stellen sie nicht in Frage, wir kämen nicht einmal auf die Idee. Tabu. Es erscheint uns wie ein Naturgesetz.
Und genau deswegen sind Fragen so mächtig. Coachingfragen sind das wichtigste Tool eines Coaches und auch das wichtigste Tool bei Selbstreflexion und Selbstführung. Mit Fragen bringt der Coach das Gegenüber dazu, auf innere Muster oder Sichtweisen zu stoßen, die bisher unbewusst waren. Und erst dann können wir etwas ändern - denn was wir nicht kennen, können wir nicht ändern.
Eine Sache zur Einordnung: Die Beispiele zeigen - es gibt keine Musterfragen, mit denen jeder garantiert zu einer Erfolgseinsicht kommt. Es gibt daher auch keine “guten oder schlechten” Fragen. Fragen im Coaching entstehen aus dem Kontext, aus einer Situation.
Allerdings ist das Fragen-Stellen - wie so vieles - auch eine Übungssache. Und je mehr wir uns mit Fragen beschäftigen, desto mehr füllen wir unser Fragen-Repertoire - und unseren Methodenkoffer.
In diesem Sinne - hier findest du 20 inspirierende Coachingfragen - für deine persönliche Entwicklung - oder für dein Gegenüber.
20 inspirierende Coachingfragen
Wir unterteilen die Fragen hier in 4 Teilabschnitte: Wo stehe ich, wo will ich hin, was sind meine Muster, wie gehe ich mit Veränderungen um.
Fragen zur Standortbestimmung – Wo stehe ich gerade?
Was beschäftigt dich gerade - und was davon liegt in deinem Einflussbereich?
Was darf so bleiben wie es ist? Und was kannst du dafür tun?
Wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, das niemand von dir erwartet hat, nicht einmal du selbst?
Was kannst du heute, das du vor 3 Jahren noch nicht konntest?
Was würde den heutigen Tag grossartig machen?
Zukunft & Ziele – Wo soll die Reise hingehen?
Was würdest du tun, wenn du genug Mut, Zeit, Energie und Geld hättest?
Welche Geschichte über dich möchtest du gerne mal erzählen?
Worüber würdest du dich rückblickend ärgern, weil du es nicht getan hast?
Wo gibt es einen Veränderungswunsch?
Was würde dich begeistern?
Gewohnheiten & Muster - Was prägt deinen Alltag?
War heute ein produktiver Tag für dich - und woran machst du das fest?
Was würdest du tun, wenn ein Tag ab jetzt 28 Stunden hätte?
Welche neue kleine Gewohnheit hätte eine grosse Wirkung auf dein Wohlbefinden?
Wen du so weitermachst wie zur Zeit - wie sieht dein Leben dann in 3 Jahren aus?
Was würde dein Zukunfts-Ich dir heute raten?
Mut & Veränderung – Was ist wirklich möglich?
Was würdest du ausprobieren, wenn du dir selbst mehr vertrauen würdest?
Welche Entscheidung schiebst du schon zu lange vor dir her?
Welchen konkreten Schritt kannst du heute tun?
Wann wärst du gerne mutiger? Und warum?
Wer oder was war zuletzt eine Inspiration für dich?
Wie können wir diese Fragen für uns nutzen - jenseits von Coaching und Journaling? Hier zwei weitere Perspektiven.
Reflexion to go - Reflexionsfragen & Spazierengehen
Eine vermutlich völlig unterschätzte Idee: Reflexionsfragen stellen beim Spazierengehen.
Ein Paar hat seit einigen Jahren eine neue Routine entwickelt - das Spazierengehen. Und dabei stellt es sich gegenseitig Reflexionsfragen.
Das geht natürlich einfach so (also das Fragen-stellen) - aber manchmal wird auch “nachgeholfen”. Zunächst begann es mit Fragen aus einem physischen Kartenset - mit Satzanfängen (Ich würde gerne… Ich mag nicht ,,,). Später wurden zusätzlich Reflexionsfragen aus dem www gefischt. So wurden auf einmal ganz andere Gespräche in Gang gebracht und immer wieder in unterschiedliche Richtungen gelenkt.
Das Spannende war: Da die Diskussionen, die oft entfachten in einem entspannten Zustand stattfanden (beim Gehen - und ohne tatsächlichen Streit-Anlass) - waren nun ganz neue Blickwinkel möglich. Aus einer Meta-Perspektive heraus und ohne emotionale Aufladung kann man wie eine Eule einen 360 Grad Winkel einnehmen. Zumindest fast ;)
Mögliche Mikrobewegungen - wie Augenrollen oder Abwinken - auf die man zu Hause sofort reagiert, werden beim Gehen eher übersehen. Und damit lösen kritische “Passagen” in einer Diskussion nicht gleich einen Automatismus aus. Die Diskussion kann entspannt ganz neue Gefilde erreichen. Auch sind diese Zeiten recht ablenkungsfrei - ausser gehen passiert ja nicht viel. Kein Handy, kein anklagender Abwasch.
Wer das noch nie versucht hat - ausprobieren! Und ja, die Fragen dazu findest du ja oben. Oder ganz unten - und dann mit Zufallseffekt.
Wenn du Coach bist: Coachingfragen für deinen Online-Auftritt nutzen
Coachingfragen auf der eigenen Website stellen? Warum nicht! Sie erfüllen gleich mehrere Funktionen. Sie zeigen und unterstreichen, wie du arbeitest. Sie wirken durch ihren Ton, ihren Effekt und ihre Art der Darstellung.
Reflexionsfragen holen den Besucher aus dem passiven Lesen heraus. Plötzlich wird er eingebunden. Er denkt nach. Er verbindet sich ein Stück, und im besten Fall zahlt dieser Moment bereits auf ein Vertrauenskonto ein.
Manchmal ist es eben genau diese eine Frage, über die wir zufällig stolpern und die plötzlich eine Wirkung entfaltet. Wie der berühmte Flügelschlag eines Schmetterlings bildet die Frage einen Spalt, durch den plötzlich ein neuer Gedanke passt und einen ganz neuen Prozess ins Rollen bringt.
Nun kannst du Fragen als Blogartikel auf deiner Seite nutzen - einzeln als Experteninput oder Erörterung - oder als inspirierende Sammlung.
Oder du überträgst eine Idee aus der Praxis ins Digitale: das Ziehen einer Coaching- oder Impulskarte. In der digitalen Version wird daraus ein digitales Kartenset - mit Zufallsprinzip.
Das ist die interaktivste - und überraschendste - Variante.
Statt eine Frage fest auf der Seite zu platzieren, bietest du deinen Besuchern an, aktiv eine Karte zu ziehen.
Sie klicken auf die Karte - die dreht sich um und zeigt eine zufällig gewählte Frage. Jeder Klick bringt eine andere Karte - in unterschiedlicher Reihenfolge. Es entsteht ein Überraschungsmoment, ein kleines Erlebnis mitten auf deiner Website. Ein “ich will nochmal”.
Stell dir vor, so eine Frage wird zu einem wichtigen Glied in der Gedankenkette deines Online-Besuchers…
Wie komme ich nun an so ein digitales Kartenset? - magst du dich fragen. Das Schöne: Du kannst es selbst erstellen - und zwar leichter als du denkst.
Mit dem Card-Builder kannst du ganz unterschiedliche Kartensets kreieren: Satzanfänge, Impulse, Reflexionsfragen. In wenigen Minuten und ohne Techniktrara. Du gibst deine Fragen-Texte in den Builder ein, wählst eine Farbe oder lädst (wenn du magst) ein eigenes Motiv hoch. Das ist schon alles - und auf Knopfdruck erhältst du den fertigen Code zum Einfügen auf deiner Webseite.
Du willst mehr erfahren über das Kartenset mit Zufallsprinzip? Alle Infos zum Card-Builder findest du auf dieser Seite oder in den FAQ.
Und hier unten kannst du es ausprobieren 🧡 ⬇️